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Nydam mose – Die Boote (abgeschlossen)

— abgelegt unter:

Dr. Andreas Rau

Nydamboot

Die Altfunde und die Grabungen von 1989–1999

Der Fundplatz Nydam in Süddänemark zählt, nicht zuletzt wegen des überlieferten Nydambootes, zu den prominentesten Orten mittel- und nordeuropäischer Frühgeschichtsforschung. Im Rahmen von Opferhandlungen wurden hier in der Zeit zwischen 250–480 n. Chr. größere Mengen von Heeresausrüstungen deponiert, die als Kriegsbeute im Zusammenhang mit kriegerischen Konflikten zwischen politisch-sozialen Einheiten gedeutet werden.
In den Grabungskampagnen des Dänischen Nationalmuseums vom Ende des 20. Jahrhunderts sind zahlreiche kulturhistorisch äußerst wichtige Objekte und Befunde der jüngeren römischen Kaiserzeit und der Völkerwanderungszeit dokumentiert worden.
Dabei erlaubt das Fundmaterial aus Nydam durch seine hohe Frequenz an Opferungen (mindestens 6, vermutlich aber 7–8 Niederlegungen) sowie durch die Diversität der Ausrüstungsobjekte einen wesentlichen Zugang zu den ereignisgeschichtlichen und kulturhistorischen Entwicklungssträngen des nördlichen Barbaricums der jüngeren Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit.

 

Sonderaustellung zum Nydamboot 2013

Nydam mose – Die Boote

Die Bootsfunde aus Nydam, sowohl die Altfunde von 1863 als auch die ergänzenden Bootsteile der jüngsten Grabungen, nehmen eine überaus wichtige Rolle für das Verständnis von nordischer Bootsbautradition, von Technologietransfer aus dem Römischen sowie von Mobilität barbarischer Kriegergruppen ein. Im Rahmen des Publikationsprojektes werden ein umfassender Katalog der zu den Booten zählenden Neufunde von 1989-1999 (Fl. Rieck, Køge) sowie ein ausführlicher Analyseband des schiffsarchäologischen Materials und seiner Bedeutung aus einer nordischen und mediterran-römischen Perspektive dargelegt (R. Bockius, M. Gerds, O. Grimm, A. Rau, Fl. Rieck).

Vollständiges Steuerruder des Kiefernholzbootes in situ, 4. Jahrhundert

Dieses Publikationsprojekt wird in enger Zusammenarbeit unterschiedlicher Institutionen (ZBSA, Dänisches Nationalmuseum, Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Køge Museum, Nydamselskab und Archäologisches Landesmuseum Schleswig-Holstein) durchgeführt.

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