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Grabhügel der Wielbark-Kultur (abgeschlossen)

Dr. Adam Cieśliński

Studien zu den Bestattungssitten der römischen Kaiserzeit im nördlichen Mitteleuropa

 

Die Wielbark-Kultur gehört zu den wichtigsten archäologischen Kulturkomplexen der römischen Kaiserzeit und frühen Völkerwanderungszeit im nördlichen Mitteleuropa. Sie ist charakterisiert durch die sehr unterschiedliche Begräbnissitte, die das Vorhandensein und Pflegen verschiedenster Traditionen durch einzelne Familien und Sippen, die eine einzelne Nekropole benutzten, andeuten kann. Neben der großen Divergenz der Grabformen erstaunt die Differenzierung der oberirdischen Grabkennzeichnungen. Es hebt sich besonders eine Gruppe von Nekropolen ab, auf denen mindestens 300 Grabhügel registriert wurden. Trotz der über hundertjährigen Entdeckungs- und Ausgrabungsgeschichte steht bis heute keine Monographie der Grabhügelbestattung zur Verfügung. Eine vielschichtige Untersuchung dieses Themenkomplexes wird dank eines zweijährigen Forschungsstipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung bei ZBSA durchgeführt werden.

Der Grabhügel aus Jasionowa Dolina in Podlachien (Ostpolen)

 

Der Grabhügel von Jasionowa Dolina in Podlachien (Ostpolen)


Im Rahmen des Projektes sind folgende Meilensteine zu nennen:

1. Vollständiger Katalog der Grabhügel der Wielbark-Kultur.

2. Organisation der naturwissenschaftlichen Forschungen (z.B. physische Anthropologie, Genanalyse, Archäozoologie, Geoinformationssysteme, Isotopendatierung).

3. Geschichte und Stand der Forschung.

4. Topographische Untersuchungen zur Lage der Grabhügelgräberfelder.

5. Analyse des Grabhügelbaues.

6. Chronologie.

7. Analyse der Bestattungssitte mitsamt den mit den Grabhügeln verbundenen Befunden rituellen Charakters.

8. Grabhügel der Wielbark-Kultur im Vergleich zur Grabhügelbestattung im Barbaricum.

9. Sozioökonomische Differenzierung der Bestatteten.

10. Historische Betrachtungen (Frage der Herkunft und Wanderung der Goten).

11. Technische und gesellschaftliche Fragen des Grabhügelbaues.

12. Symbolische und religiöse Interpretationen der

Grabhügelbestattung.

Die Perlenkette aus Nowy Łowicz. Bild: J. Strobin

Die Perlenkette aus einem Grabhügel aus Nowy Łowicz in Pommern. Bild: J. Strobin

Die Grabhügelbestattung der Wielbark-Kultur stellt eine breite und vielschichtige Problematik dar, deren Untersuchung zu den aktuellsten Forschungspostulaten der Archäologie der römischen Kaiserzeit in Mitteleuropa gehört. Dieses Projekt erfordert eine vielseitige Untersuchung interdisziplinären Charakters. Die archäologische Analyse soll mit Resultaten von Spezialforschungen, z.B. aus dem Bereich der physischen Anthropologie, Genanalyse, Archäozoologie, Geoinformationssysteme und Isotopendatierung, bereichert werden. Nach den erreichten Ergebnissen könnten interessante Schlussfolgerungen nicht nur für archäologische sondern auch für historische und soziale Forschungen gezogen werden. Weiterhin werden symbolische und religiöse Interpretationen der Grabhügelbestattung unternommen. Eine solche Herangehensweise wird unser Wissen über die barbarische Bevölkerung bereichern, die in der römischen Kaiserzeit und frühen Völkerwanderungszeit weitreichende Gebiete Mitteleuropas bewohnte.

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