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Aufarbeitung und Datierung mesolithischer Hirschgeweihkappen (abgeschlossen)

Markus Wild MA, Dr. John Meadows, Dr. Martin Street (MONREPOS, RGZM), Dr. Birgit Gehlen (UFG, Uni Köln/SFB 806)

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fig. 2: Zeichnerische Interpretation einer Hirschgeweihkappe mit längs gespaltenem Geweih als Kopfbedeckung (Zeichnung und Idee: M. Wild, ZBSA/T. Paterson)


Beschreibung

Im Vordergrund des Projektes steht die synthetische Aufarbeitung der als [Hirschgeweih]Masken oder Kopfschmuck, seltener Trophäe, bezeichneten Hirschschädel, die in Zusammenhang mit den antler frontlets aus Star Carr in der Literatur Erwähnung finden.

Wie die bisherigen Untersuchungen und deren Diskussion zeigen konnten, bieten die in der Folge des ersten Projektabschnittes so benannten Hirschgeweihkappen großes Potential für die Erforschung sozialer Strukturen am Übergang von Pleistozän zu Holozän. Als weitere Zielsetzung des vorliegenden Projektes wird daher die Etablierung der Hirschgeweihkappen als Forschungsobjekt vorangetrieben.

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fig. 2: Fundplätze mit Hirschgeweihkappen in der nordeuropäischen Tiefebene (GIS: M. Wild, ZBSA).

Dies soll durch die zeitliche Eingrenzung des Phänomens ermöglicht werden, welches bisher nur aus dem Gebiet nördlich der Mittelgebirgsschwelle von den Fundplätzen Star Carr (distr. Scarborough/GB), Bedburg-Königshoven (Lkr. Rhein-Erft-Kreis/D), Hohen Viecheln (Lkr. Nordwestmecklenburg/D) und Berlin-Biesdorf (Berlin/D) bekannt geworden ist. Während die Artefakte aus Bedburg-Königshoven und Star Carr aus stratigraphisch gesichertem mittel- bis spätpräborealen Kontext stammen, fehlen für Hohen Viecheln und Berlin-Biesdorf bisher sichere Datierungen. Diese Hirschgeweihkappen werden daher erstmals direkt datiert.

Ein zu erwartendes verbessertes Verständnis der relativen Zeitstellung einzelner Artefakte zueinander sowie der absoluten Zeitstellung des Phänomens im frühholozänen Kulturwandel soll helfen die Funktion der Objekte zu verstehen und weitere Debatten anstoßen.

 

Literatur:

 - Clark 1954, J.G.F. Clark, Excavations at Star Carr (Cambridge 1954).

  - Dark et al. 2006, P. Dark/T.F.G. Higham/R. Jacobi/T.C. Lord, New Radiocarbon Accelarator Dates on Artefacts from the Early Mesolithic Site of Star Carr, North Yorkshire. Archaeometry 48, 2006, 185-200.
   - Reinbacher 1956, E. Reinbacher, Eine vorgeschichtliche Hirschmaske aus Berlin-Biesdorf. Ausgr. u. Funde 1, 1956, 147-151.
  - Schuldt 1961, E. Schuldt, Ein mittelsteinzeitlicher Wohnplatz in Mecklenburg. Schr. Sektion Vor- u. Frühgesch. 10 (Berlin 1961).

  - Street et al. 1994, M. Street/M. Baales/B. Weninger, Absolute Chronologie des späten Paläolithikums und des Frühmesolithikums im nördlichen Rheinland. Arch. Korrbl. 24, 1994, 1-28.

  - Street und Wild 2015, M. Street/M. Wild, Technological aspects of two Mesolithic red deer 'antler frontlets' from the German Rhineland. In: N. Ashton/C. Harris (Hrsg.), No Stone Unturned. Papers in Honour of Roger Jacobi (unknown) 2015.

- Street und Wild 2014, M. Street/M. Wild, Schamanen vor 11000 Jahren? Die "Geweihmasken" von Bedburg-Königshoven. In: LandesMuseum Bonn (Hrsg.), Eiszeitjäger. Leben im Paradies - Europa vor 15.000 Jahren (Mainz 2014) 274-287.

  - Wild 2014, M. Wild, Funktionelle Analyse an zwei perforierten Hirschschädeln vom frühmesolithischen Fundplatz Bedburg-Königshoven [unpubl. M.A.-These Univ. Mainz 2014].
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