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The Leiruvogur Harbor Research Project

Prof. J. Byock, Prof. C. von Carnap-Bornheim, Dr. S. Kalmring und Dr. D. Zori

Interdisciplinary Archaeological Examination of a Viking Harbor and Its Hinterland in Iceland

 

Leiruvogur 1


Zwischen dem auf Island angesiedelten »Mosfell Archaeological Project (MAP)« des Cotsen Insitute of Archaeology der University of California in Los Angeles (UCLA) und dem Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie besteht bereits seit 2010 eine enge Kooperation. In Zusammenarbeit mit Dr. Davide Zori und Sigrid Hansen M.A. (beide MAP) wurden nun 2011 die Grundlagen für einen Antrag zur Lokalisierung und Erforschung des zu Mosfell gehörigen Hafenplatzes geschaffen, der die Untersuchung der Siedlungskammer komplettiert. Diese wurden durch Prof. Jesse Byock (UCLA/MAP) und Prof. Claus von Carnap-Bornheim ausgearbeitet und unter dem Titel »The Leiruvogur Harbor Research Project: Interdisciplinary Archaeological Examination of a Viking Harbor and its Hinterland in Iceland« im Rahmen des Schwerpunktprogramms 1630 »Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter. Zur Archäologie und Geschichte regionaler und überregionaler Verkehrssysteme« am 1. November 2011 bei der DFG eingereicht.

Leiruvogur 2

Ziel des Forschungsprojektes zum Hafen von Leiruvogur ist der archäologische Nachweis eines der Häfen, der am häufigsten in den isländischen Familiensagas erwähnt. Der Hafen von Leiruvogur wurde von den Häuptlingen des Mosfell Tals kontrolliert. Archäologische Feldforschungen innerhalb des Tals als unmittelbares Hinterland zu diesem bedeutenden Hafenplatz konnten Wohnsitz und Machtstruktur der Häuptlinge von Mosfell nachweisen. Vor diesem Hintergrund wird die Erforschung von Leiruvogur besonders die sozioökonomischen Aspekte des Hafens beleuchten und in einem weiter gefassten Kontext zudem einzigartige Informationen zum Verständnis von Infrastruktur und Organisation der Häfen, die der nordatlantischen Welt als überregionale Verkehrsknotenpunkte dienten, liefern. Das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt hat seinen Schwerpunkt auf Prospektion, gezielte Suchgrabungen, Materialanalysen, Studien von historischen Quellen sowie Rekonstruktion der Küstenlandschaft um den Hafen von Leiruvogur. Diese Untersuchungen sollen Grundlage für eine zweite Projektphase bilden, die sich auf Grabungen konzentrieren wird. Das Projekt wird dazu beitragen, das nördliche Ausgreifen der europäischen Handelsnetzwerke in den Nordatlantik näher zu verstehen. Der Hafenplatz von Leiruvogur mit seinen Hofstätten im Hinterland bietet einzigartige Möglichkeiten, die vorherrschenden Konzepte von Zentrum und Peripherie, die auf das Europa des 9.–10. Jhs. angewandt werden, kritisch zu überprüfen. Durch diesen Ausgangspunkt wird die Beziehung zwischen den peripheren nordatlantischen Kolonien, den skandinavischen Emporia und den europäischen Handelszentren aus einer neuen Perspektive betrachtet werden können. 

Leiruvogur 3

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