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Falconry conference an der New York University Abu Dhabi, März 2018

Siegel des dänischen Königs Knud IV (nach M.  Anderson/G. Tegnér, Middelalderlige seglstamper i Norden [Roskilde 2002] 129).

 

Die Beschäftigung mit Jagdgeschichtsforschung geht bereits in die Frühzeit des Zentrums für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) zurück. Ein erster interdisziplinär-programmischer Workshop im Jahr 2011 galt archäologischen und historischen Jagdzeugnissen in Nordeuropa und Litauen. Fallstudien erfaßten den Zeitraum vom Spätpaläolithikum bis in die Moderne, eingeschlossen dabei ein Blick auch auf Mitteleuropa und methodisch ausgerichtete Beiträge.

Von diesem Ausgangspunkt erschien Falknerei als ein lohnenswerter Teilaspekt, der vertieft erforscht werden sollte, angestoßen durch eine Reihe schwedischer Gräber aus dem Zeitraum vom 6. bis zum 10 Jh.n.Chr., die in Europa und darüber Frühislamisches Falknereimosaik, Syrien (Umzeichnung Lars Foged Thomsen). hinaus in ihrer Beweiskraft für Falknereiausübung einzigartig sind. Wissenschaftliche Neugier auf der Basis der Frage nach Herkunft und frühen Zeugnissen – wahrscheinlich außerhalb Europa – hat mittlerweile bereits zu zwei interdisziplinären Workshops geführt.

Das erste derartige Treffen fand im Jahr 2014 in Schleswig statt, unter der Teilnahme von ungefähr 30 Falknern und Wissenschaftlern. Die deutlich erweiterte Publikation mit rund 100 Artikeln, herausgegeben vom erfahrenen Falker Karl-Heinz Gersmann und Oliver Grimm, behandelt eine Reihe von Themen für Europa, Nordafrika, Arabien, Mittel- und Ostasien sowie Mesoamerika, dabei eingeschlossen Falkner, Naturwissenschaftler und Wissenschaftler aus einer ganzen Reihe geisteswissenschaftlicher Fächer. Das Buch unter dem Titel ‘Raptor and human – falconry and bird symbolism throughout the millennia on a global scale’ wird als erstes seiner Art in der neu begründeten Serie ‘Advanced studies on the archaeology and history of hunting, edited by the ZBSA’ erscheinen.

Falknerei in einem globalen Maßstab. Grün:  Gebiete mit historischer Falknerei, orange: Eurasische Reiternomaden, möglicher  Ursprung der Falknerei (Karte: ZBSA, Jürgen Schüller)

Der zweite Falknerei-Workshop wird im Frühmärz 2018 in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) stattfinden, veranstaltet von der New York University Abu Dhabi (NYUAD) und dem Emirates Falconers‘ Club. Das Vortragsprogramm mit rund 30 Rednern hat Oliver Grimm zusammengestellt, der den Workshop auch moderieren wird, gleichermaßen als Vertreter des Zentrums für Baltische und Skandinavische Archäologie sowie als ‚fellow‘ des Humanities Research Fellowship Program an der NYUAD. Dieser zweite Falknerei-Workshop wird sich konzentrieren auf vormoderne Greifvogel- und Falknereidarstellungen in globalem Maßstab. Im Kern geht es um Bilder aus archäologischen und kunstgeschichtlichen Epochen, die betrachtet und diskutiert werden. Um eine breitere Kontextualisierung herstellen zu können, werden auch Betrachtungen zur Religionswissenschaft, Greifvogelbiologie, Falknerei und Sozialgeschichte miteinbezogen.

Habicht (Photo: W. Bednarek).

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