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Biberjagd am Strand der Ostsee – Tierknochen vom polnischen Siedlungsplatz Dąbki 9 (abgeschlossen)

Dr. Ulrich Schmölcke

An der polnischen Ostseeküste nahe Koszalin werden seit 2005 am steinzeitlichen Moorfundplatz Dąbki 9 durch ein deutsch-polnisches Archäologenteam Ausgrabungen durchgeführt. Die dabei geborgenen Tierknochen lassen wertvolle Erkenntnisse zum Auftreten der ersten Haustiere im Ostseeraum und zu naturräumlichen Veränderungen während des 6. Jahrtausends v. Chr. erwarten.

Grabung Dabki 2009 (Foto Wolfgang Lage, LAM Schleswig-Holstein)

In den im Grundwasserbereich liegenden Fundschichten sind zahlreiche Tierreste erhalten (Foto: Wolfgang Lage, ALM, Schleswig).

Datierungen von Speisekrusten auf Keramikscherben, Hölzern und Tierresten zeigen, dass das untersuchte Areal bei Dąbki von etwa 4800 bis 3900 v. Chr. von Menschen genutzt wurde. Die ausgesprochen günstigen Erhaltungsbedingungen für organisches Material erlauben, die sich während dieser Zeit vollziehenden Faunenveränderungen zu rekonstruieren. In den jüngsten Fundschichten könnte mit dem Auftreten erster Wirtschaftshaustiere wie Schaf und Rind gerechnet werden, allerdings ließen sich entsprechende Hinweise zunächst nicht verifizieren. Auffällig ist an dem bisher untersuchten Tierknochenmaterial der hohe Anteil von Resten des Bibers (Castor fiber).

Die beteiligten Archäolgen (Foto Wolfgang Lage, ALM Schleswig-Holstein)

Die Ausgrabungen werden von Dr. Jacek Kabaciński (Universität Poznan, Mitte) und Prof. Dr. Thomas Terberger (Universität Greifswald, rechts) geleitet. Links Dr. Sönke Hartz vom Archäologischen Landesmuseum Schleswig-Holstein (Foto: Wolfgang Lage)

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