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Faunenwandel am Jäckelberg (abgeschlossen)

Dr. Ulrich Schmölcke

Von allen im Rahmen des SINCOS-Projektes am Meeresboden der Wismar Bucht untersuchten mesolithischen Plätzen ist Jäckelberg-Huk mit einer Nutzungszeit von ca. 6400 bis 6000 v. Chr. der älteste. Die mehr als 2000 hervorragend erhaltenen Wirbeltierreste, die von 17 verschiedenen Arten mit jeweils eigenen, landschaftsindikatorisch zu verwendenden Habitatansprüchen stammen, ermöglichen in Verbindung mit Sediment- und Sidescan-Analysen eine Rekonstruktion der umgebenden Landschaft, insbesondere des Gewässerregimes. 99,8% der Fischreste belegen Arten des Süßwassers oder Wanderfische, die in einem sich geologisch am Grund der heutigen Ostsee abzeichnenden und nahe der Siedlungsstelle in einen See mündenden Bach lebten. Diese Gewässer müssen nach Indikation der Fischarten vegetationsreich und weichgründig gewesen sein, sie waren gleichzeitig nicht groß und tief genug, um den ansonsten häufig vorkommenden Fischottern oder Bibern Lebensmöglichkeiten zu bieten. Ein insgesamt feuchtes Siedlungsumfeld legen auch die zahlreichen Überreste von Schermäusen nahe.

Faunenwandel am Jäckelberg

Die interessantesten Wirbeltierfunde von Jäckelberg-Huk sind zwei Knochen von Robben, namentlich ein Molar einer juvenilen Kegelrobbe und ein Bruchstück einer Scapula. Sie deuten auf eine relative Nähe der transgressierenden Ostsee zum Siedlungsplatz hin. Dies korrespondiert mit Sedimentanalysen. Demnach sind die ältesten marinen Ablagerungen am Grund der zentralen Mecklenburger Bucht 8300 bis 8400 Jahre alt, die Entstehung der Wismar Bucht könnte nach geologischen Modellierungen in der Zeit nach 8000 vor heute erfolgt sein. Unter Berücksichtigung des Reservoireffektes konnte für die Robben-Scapula von Jäckelberg-Huk ein Alter von etwa 7800 Jahren (7140 BP; KIA-26398) ermittelt werden. Sie ist damit das älteste Zeugnis der jungen Ostsee im deutschen Küstengebiet.

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